Ecuador II: El Oriente

13 Tage // 745km // 18,200 Höhenmeter

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„El Oriente“ – der Osten

Eine lange Reise mit dem Rad – was schöneres kann ich mir nicht vorstellen. Doch auf jeder Reise gibt es Momente der Frustration. Mit diesen habe ich in Ecuador meine ersten Erfahrungen gemacht. In Kolumbien war ich irgendwie immer auf Wolke 7 – hier hingegen hatte ich einige Durchhänger. Mit den Gedanken oftmals noch in Kolumbien, einigen mechanischen Problemen und anderen Kleinigkeiten fiel es mir ab und zu schwer, den Moment zu genießen. Deswegen machte ich mich nach meinem Ausflug zum Chimborazo auf die Suche nach ein bisschen Hitze – die Kälte hatte mir ein bisschen aufs Gemüt geschlagen. Die Route war damit relativ klar – ab in Ecuadors Osten, „El Oriente“ – den Amazonas. Hier fande ich nicht nur strahlende Sonne und ströhmenden Regen, sondern auch überaus gastfreundlichen Menschen und endlich mal wieder ein bisschen Dschungel. Meine Hoffnung, dass ich über diese Route deutlich schneller unterwegs sein würde und die Grenze innerhalb einer Woche erreichen würde erfüllten sich natürlich nicht. Auch Ecuadors Dschungel ist äußerst bergig – aber so gefällt es mir ja auch am besten.

Route: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=whmsihcsxgkzcfhj

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Am morgen klettere ich aufs Dach der Feuerwehr, die nicht nur einen Schlafplatz, sondern auch ein warme Dusche für mich parat hatten – und genieße mein Frühstück mit Blick auf den Chimborazo.

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Ich bin auf einen Tag mit viel Verkehr und einer langen bergab Fahrt vorbereitet – doch wie immer kommt es anders. Nachdem ich Riobamba verlasse ebbt der Verkehr fast komplett ab, ich habe die perfekt asphaltierte Straße ganz alleine für mich. Gegen meiner Erwartung geht es jedoch bergauf. Am Abend erreiche ich die Lagunas de Antillo – auf 3600m.

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Der Anblick ist wunderschön und störenden Verkehr gibt es auch nicht. Als ich nach einigen Stunden ein paar Leute fragen, erklärt sich auch warum dieses wichtige Verbindung zwischen den Bergen und dem Amazonas wie ausgestorben ist: Vor zwei Monaten gab es einen Erdrutsch, der die Straße blockiert und wegen hohem Niederschlag bisher nicht geräumt werden konnte. Die Meinungen, ob ich mit meinem Rad drüber gehen weit auseinander.

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Am nächsten Morgen erreiche ich den Ort des Schlamassels….

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Glücklichweise bin ich nicht der einzige – unter anderem treffe ich diesen sportlichen jungen Mann (dessen Namen ich leider vergessen habe), der sich grade in Quito auf seine Südamerika-Radreise vorbereitet…

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Ich wollte eigentlich Gepäck und Fahrrad einzeln tragen, dass hält mein compañero aber für überflüssig. Mit etwas Schweiß schaffen wir es in etwa einer halben Stunde, der Großteil der Arbeit wird dabei nicht von mir verrichtet…

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Und so bekomme ich endlich meine lange Abfahrt hinein in den Amazonas – wie schon am Vortag völlig Verkehrsfrei.

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Nachdem ich den ersten kräftigen Schauer überstanden habe erreiche die „Selva Alta“, den hohen Regenwald, die letzte Grenze zum Amazonasbecken.

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Mit dem Klima ändert sich auch die Architektur…

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El Plan de Milagros

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Viel Wasser und viel grün, dazu ein ständiges auf und ab…

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Abstatt kläffender Hunde treffe ich auf diesen einscherigen Süßwasserkrebs, der mir erst mit seiner verbleibenden Schere droht und sich dann im Gebüsch verzieht..

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Auf der Mauer, auf der Lauer…

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Nachdem ich bei der Feuerwehr in Gualaquiza eine Absage bekomme mache ich mich auf die Suche nach einem alternativem Schlafplatz…

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…und lande bei dieser Familie, die mich sehr herzlich empfängt. Als ich am nächsten Tag abfahrtbereit bin, überredet mich Diego (links) eine Runde mit ihm zu drehen und noch einen Tag länger zu bleiben. Dieses Angebot kann ich natürlich nicht ausschlagen…

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Als ich am nächsten Morgen aufwache wartet eine weitere Überraschung auf mich… Am Abend haben wir ein bisschen über Meerschweinchen (span. „cuy“) geredet und genau diese gibt es dann zum Frühstück. Nach dem Ausnehmen werden sie mit Kräutern gefüllt und am Spieß über dem Grill gedreht… Wirklich köstlich!

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Nach Gualaquiza bezahle ich für die lange Abfahrt hinuter in den Amazonas mit einem genauso langem Anstieg zurück in die Berge. Sicherlich einer der schwierigsten Tage bisher, mit Dauerregen, Kälte und Sturm komme ich halberfrohren und mit kaputtem Rad in Loja an. Dort erhole ich mich ein paar Tage im Casa de Ciclista von Pablo. In Südamerika gibt es eine ganze Reihe von Casas de Ciclistas, Leute die ohne jegliche Gegenleistung Räumlichkeiten für Radreisende zur Verfügung stellen. Alles bekann in Trujillo, Peru, wo „Lucho“ 1985 das erste Mal Reisende in sein Haus einlud und sich schwor, jedem Radreisenden der durch seine Stadt kommt ein Unterschlupf zu bieten. Lucho ist mittlerweile eine Legende in der Radszene und hat schon Tausende Reiseadler beherbergt.

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Mein Rad brauchte in Loja drigend einen fähigen Mechaniker. Meine Hinterachse ist gebrochen -außerdem brauchte ich neue Bremsschreiben und ein paar andere Ersatzteile, die es weder in Peru noch in Bolivien zu finden gibt (zumindest nicht ohne einen Umweg nach Lima). Eine kleine finanzielle Katastrophe für mein überschaubares Budget – mein Rad alleine hat mich in Ecuador mehr gekostet als ein Monat in Kolumbien… Ein paar Stunden von Loja entfernt komme ich in Vilcabamba an, einem sehr komischen Auswandererdorf, wo man seinen grünen Smoothie im veganen Health-Food-Shop auf Englisch bestellt beziehungsweise in der Bar nebenan sein Alkoholiker dasein auslebt. Dort angekommen bemerke ich, dass ich einige Sachen in Loja vergessen habe. Also suche ich mir die billigste Unterkunft, wo ich auf Dick treffe, einem amerikanischen Alt-Hippie, der sich seit drei Jahren mit einer gebrochenen Hüfte durchs Leben quält, weil er nichts von Schulmedizin hält und anstatt sich zu operieren darauf wartet, dass sein Freund irgendeine Maschine entwickelt, um ihn wieder hinzubiegen… Naja, es soll wohl bald soweit sein. In den nächsten beiden Tagen unterhält er mich mit Anektdoten über seinen jahrzehntelangen Kampf gegen die amerikanische Regierung und erklärt wie die verschiedenen Gringo-Kliquen im Dorf funktionieren. Trotz großer politischer Differenzen steckt er mir bei meinem Abschied ein paar Dollarscheine in die Tasche – nach dem Tod seiner Mutter und nach jahrelangem Rechtsstreit mit seinen Schwester hat er mit seinem Erbe finanziell ausgesorgt

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Danach geht es auf eine heiße Achterbahnfahrt Richtung peruanischer Grenze

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Definitiv meine besten Tage in Ecuador, es errinert mich doch sehr an Kolumbien…

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Diego und Ana, die beiden vom Pech verfolgten spanischen Radfahrer, die ich im Casa de Ciclista in Loja kennengelernt habe. 1. Aus Angst vor Kolumbien haben sie sich entschieden, ihre Reise gen Süden in Ecuador zu starten und verpassen somit das schönste alle Länder. 2. Ihre Fahrräder haben sie sich in Quito zusammen bauen lassen, leider war das mit einem Haufen Probleme verbunden. Als ich sie in Loja getroffen haben, waren sie in ihrer sechsten Woche des Wartens und täglicher Fahrradläden besuche. 3. In Vilcabamba wird Anas Handy geklaut und der neue Besitzer nutzt die Gelegenheit, den Vertrag voll auszunutzen: Als das Handy ein paar Stunden später von dem spanischen Anbieter gesperrt wird beträgt die Rechnung schon 200  Euro. 4. Ob mit oder ohne Form: die meisten Radfahrer leiden auf den letzten 100km zur Grenze Höllenquallen. Es ist bis zu 35° heiß und die Anstiege sind brutal. Die beiden meistern die Situation aber sehr gelassen und bleiben (fast) immer positiv und optimistisch. Nach einem dieser Anstiege lasse ich die beiden in meinem Windschatten zurück, ich bin gespannt wann wir uns wiedersehen.

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Al fin: Die sehr entspannte internationale Grenzeu: In 34 Tagen habe ich Ecuador durchquert und mit der positiven Energie der letzten Tage geht es mit viel Vorfreude nach Peru!

 

 

Ecuador I: La Sierra

17 Tage // 780km // 20,100 Höhenmeter

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Auf dem Weg zum Cotopaxi

Nach gut 15 Monaten in Kolumbien hieß es Abschied nehmen von diesem wundervollen Land. Je näher ich der Grenze zu Ecuador kam, desto langsamer wurde ich. So habe ich mich in den letzten Wochen vorallem darauf konzentriert, möglichst wenig Fahrrad zu fahren und der gestrichelten Linie auf meiner Karte, die das Ende meiner Zeit in Kolumbien markieren würde fern zu bleiben. Bei der kolumbianischen Gastfreundschaft natürlich kein Problem. Hinzu kam, dass ich alle meine Visa Möglichkeiten ausgeschöpft habe und eine Rückkehr erst im nächsten Jahr im März möglich ist. Doch eines Tages war es soweit: Nachdem ich nochmal eine Woche in Pasto und Ipiales vertrödelt habe, nahm ich all meinen Mut zusammen, machte mich auf den Weg zur Grenze, wartete eine Stunde in der Schlange und bekam meine „Exit“-Stempel in Kolumbien. Nun gab es kein zurück. Ein neues Land lag vor mir, Ecuador; mehr Berge, mehr Kälte, aber auch mehr Motivation zu radeln. Gut, dass neue Abenteuer auf mich warteten, die meine wehmütigen Gedanken an Kolumbien schon nach wenigen Tagen verdrängten….

 

Route: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=erxownkabhpksrdo

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Letzter Ausflug vor der granze: Die Basilika von Lajas

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Auf gehts nach Ecuador.

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Nachdem ich die Nacht bei der örtlichen Feuerwehr verbracht habe, mache ich mich auf den Weg zur Reserva Natural El Angel. Die Wegbeschreibung: Halte ausschau nach einer Statue eines Hitler-Zwergs mit nem Gewehr in der Hand.

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Von dort geht es auf Pflasterstein hinauf auf 3800m. Gut, dass ich mich in Pasto ein wenig an die Höhe gewöhnt habe.

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El Angel, Frailejon-Paradies

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Die Nacht verbringe ich im Refugio des Nationalparks, am nächsten Tag geht es steil bergab…

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Und schon bald wird aus Frailejon und Pflasterstein Zuckerrohr und Sand.

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Pflastersteine überall. Ein sehr gewöhnugsbedürftiger Belag zum Fahrradfahren.

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Nach drei Tagen werde ich das erste Mal von dieser netten Familie eingeladen. Das gibt gute Energie für die Weiterfahrt und lässt mich Kolumbien ein wenig vergessen.

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Ein kurzer Aufenthalt in Otavalo. Die Städte in Ecuador haben auf jeden Fall mehr zu bieten als in Kolumbien.

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Respetelo! Auf dem Weg zu den Lagunas de Mojanda treffe ich den Mono en Bici, ein Fahrradaktivist aus Quito, der mich nicht nur mit Essen versorgt, sondern mich auch in sein Haus in Quito einläd.

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In der Nacht schlafe ich neben einer Finca. In einem der Räume gibt es eine kleine Meerschweinchenzucht. Meerschweinchen gelten im Süden von Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien als Delikatesse. Leider bin ich bisher noch nicht in den Genuss gekommen…

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Am nächsten Morgen erreiche nach weiteren huckligen pflastergesteinerten Kilometern die Lagunas.

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In der Hoffnung einen Weg zu finden der mich auf die andere Seite führt treffe ich dieses Schmuckstück. Wenigstens kein Pflasterstein!

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In Guallabamba schlafe ich bei den Bomberos, der Feuerwehr. Hier in Südamerika findet man bei den Bomberos fast immer Unterschlupf, außerdem mit etwas Glück auch eine warme Dusche, eine Küche und Wifi.

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Nach einem langen Anstieg auf der Panamericana mit viel Verkehr und Abgasen komme ich in Quito an.

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Nach ein paar Tagen in Quito geht es über den alten Hauptstadtflughafen, der zu einem Radweg umfunktioniert wurde, Richtung Vulkan Cotopaxi.

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Mit dem Land ändert sich auch die Fauna…

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Cotopaxi beim Sonnenuntergang…

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und beim Sonnenaufgang.

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Zwar scheint meistens die Sonne, doch wenn es bedeckt ist wird es in der Kombination mit starken Wind verdammt kalt auf 4000m. Diese Esel ist gut gerüstet…

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Indigene Architektur

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Auf der Suche nach einem Schleichweg zur Laguna Quilotoa gehe ich irgendwo zwischen den Schafsweiden verloren. Ich mache mich zu Fuß auf die Suche nach einem Weg, immer darum bemüht nicht vom Wind weg geblasen zu werden.

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Nach langwieriger Suche finde ich schließlich einen Ausweg, der mich über eine lange Schleife und Hauptstraße nach Quilotoa bringt.

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Die schlechte Laune über meinen Autobahn-Ausflug ist wie weg geblasen als ich am Nachmittag an der Lagune ankomme.

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Am nächsten Morgen wandere ich knapp 4 Stunden um den Krater…

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Abschiedsfoto

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Danach geht es auf Schotter weiter Richtung Vulkan Chimborazo: Ein typisches Bild aus den Bergen Ecuadors: Trocken, Sonnig, Verlassen, dazu ein Wegweiser und eine Kirche.

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Definitiv einer der schönsten Strecken bisher. Nach einigen sehr harten Anstiegen bin ich weit über den Wolken, die von der Küste ins landesinnere ziehen und hier auf die Berge treffen.

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wow

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Als ich in Simiatug ankomme stelle ich erfreut fest das Markttag ist. Nach einigen kalten und vorallem windigen Nächten im Zelt gönne ich mir das örtliche 5$ Hotel und kaufe nach einer dringend benötigten Dusche ordentlich Obst.

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Nach einem 50km Ausflug zu einem Geldautomaten geht es über die höchste Straße Ecuadors (4385m) zum Vulkan Chimborazo, dessen 6300 hoher Gipfel auf Grund der nähe zum Ecuator der näheste Punkt der Erde zur Sonne ist.

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Nach ein paar Woche habe ich ein geschultes Auge für die örtliche Tierwelt. Hier zu sehen weder Lamas noch Alpacas sondern Vicuñas.

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Chimborazo

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Morgendlicher Blick auf den Chimborazo aus Riobamba.

El Trampolin de la Muerte

15 Tage // 425km // 12,500 Höhenmeter

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El  Trampolin de la Muerte

Nach der sehr schönen Zeit im Süden von Huila ging es für mich in mein (vorerst) letztes großes Abenteuer in Kolumbien. Zuerst nach Mocoa, Hauptstadt des abgeschiedenen Dschungeldepartamento Putumayo und danach über die kolumbianische Todesstraße, den Trampolin de la Muerte, nach Pasto. Genau wie in den Wochen zuvor ließ ich es dabei sehr entspannt angehen, denn die Grenze zu Ecuador rückt mit jedem Tag im Sattel näher. Meine Motivation Kolumbien zu verlassen bleibt jedoch auf einem konstant niedrigen Niveau. Gut, dass es jede Menge zu tun gibt in Kolumbien und man überall äußerst gastfreundliche Menschen trifft, die es einem leicht machen das Rad ein paar Tage stehen zu lassen.

Route: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=fskyzthznqkhzlau

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Nach Isnos ging es in Richtung San Agustin, wie gewohnt im Süden Kolumbiens durch Dschungel und Täler.

 

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Der Rio Magdalena, Kolumbiens größter Fluss, hier noch ganz klein.

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Weiter nördlich habe ich ihn noch größer in Errinerung

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Nach einer Nacht in San Agustin fahre ich am Nachmittag weiter Richtung Brusselas, wo grade eine Trauerfeier stattfindet. Ein Kollege von meiner Flugbegleitung ist einen Tag nach dem ich dort geflogen bin von einer Windböe gegen die Felswand geschleudert worden und gestorben.

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Wie fast immer in Kolumbien werde ich von netten Familien in ihr Zuhause eingeladen.

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Alle Schlangen die ich bisher in Kolumbien gesehen habe sind tote Schlangen.

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Am nächsten Morgen geht es auf die 100km lange Strecke nach Mocoa

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Auf dem Weg gib es vor allem eines: Dschungel

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Kurz vor Mocoa

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In Mocoa mache ich am nächsten Tag eine kleine Wanderung zum Fin del Mundo, dem Ende der Welt.

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GWir laufen ein paar Stunden durch den Dschungel, vorbei an einigen schönen Wasserfällen…

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GDoch unser eigentliches Ziel, den Fin del Mundo, erreichen wir leider nicht. Durch starken Regen ist der Fluss den es zu überqueren gilt zu stark angestiegen. Wir helfen noch bei der Rettung von ein paar Gringos, die auf der anderen Seite gestrandet sind und laufen dann zurück zum Hostel

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GAm nächsten Morgen geht es zum Trampolin de la Muerte. Ich habe den perfekten Tag erwischt, den ersten seit Tagen ohne Regen. Vor mir liegt der Berg, dort oben wo die Antennen sind muss ich hin. Luftlinie 2km, Höhenunterschied 1000m.

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Eine der Gefahren auf dieser Straße sind Erdrutsche.

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GAn Regentagen können die Flüssen so stark anschwellen das die Überfahrt mit dem Rad schwierig wird.

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GBis zu 300m tief ist der Abgrund, der nicht besonders gut gesichert ist.

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Neben diesem Wasserfall eine kleine Kapelle, wo den tödlich Verunglückten gedacht wird.

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Blick ins Tal

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Kaum zu glauben, dass es sich hier um die Hauptstraße zwischen 2 Provinzhauptstädten handelt.

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GIch habe Glück, dass die kolumbianischen LKW-Fahrer streicken, so dass sich der Verkehr in Grenzen hält.

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GNach 40km komme ich bei diesem Restaurant an und in dem Wissen, dass von hier an weitere 40km Dschungel vor mir liegen, frage ich nett, ob ich dort campen könnte. Mir wird sofort eine kleiner Raum zugewiesen.

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Der Ausblick vom Restaurant ist perfekt….

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GDort unten fängt das Amazonasbecken an.

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Am Abend werde ich dazu überredet ein paar Tage dort zu arbeiten. Viel Überzeugungsarbeit braucht es bei dieser Umgebung jedoch nicht.

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Die Compañeros sind muy buena honda

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Genauso wie der „Chef“

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Und der andere Hilfsarbeiter.

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Nach 3 Tagen geht es mit ein bisschen mehr Geld in der Tasche weiter Richtung Sibundoy

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GEine „Caravana segura“, eine unter Polizeischutz fahrende Kolonne von LKWs, um den Putumayo mit dem nötigsten zu versorgen. Währrend der Streik der LKW-Fahrer für mich ein Segen ist, ist er für die Kolumbianer ein Albtraum. Fast 50 Tage dauerte er an, die Preise aller Lebensmittel sind in dieser Zeit um das vielfache gestiegen und und einigen Gebieten wurden Grundnahrungsmittel und Benzin knapp. Die streickenden LKW-Fahrer sind relativ aggresiv, sie blockieren nicht nur die Hauptverkehrsstraßen, sondern decken auch ohne Rückssicht auf Verluste alle LKWs die trotzdem auf den Straßen unterwegs sind mit großen Steinen ein, die nicht nur zum Ziel haben, den LKW zu zerstören, sondern auch den Fahrer außer Gefacht zusetzen.

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Defenitiv einer der schönsten Straßen Kolumbiens (zumindest wenn man mit dem Rad unterwegs ist)

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Nach ein paar sehr regenreichen Tagen geht es von Sibundoy weiter nach Pasto. Hier ein Auto, das von einem Erdrutsch in den Abgrund gerissen wurde.

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Über einen 3200m hohen Pass geht es nach Pasto.

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Der Weg gesäumt von Frailejon

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Nach einem Tag mit viel Regen und Kälte entlang der Hauptstraße…

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Wird meine Laune deutlich besser, als ich nach Pasto hinunter an diesem Regenbogen vorbeifahre.

 

Aller Anfang ist schwer

9 Tage / 610km / 11,500 Höhenmeter

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Abschiedskuss von Bruno

Nach einem Monat entspannen hiess es eines schönes Tages endgültig Abschied nehmen von Pereira. Die letzten Wochen hatte ich mit Fussball spielen, Fahrrad vorbereiten (unter anderem neue Gepäckträger und Taschen vorne), Zeit mit den Kids verbringen, Copa America gucken und ich hatte noch hohen Besuch vom Herrn Vonnebenan, mit dem ich unter anderem einen kleinen Trip an die wilde Pazifikküste Kolumbiens gemacht habe.

Mein erster Tag war der bisher schlimmste (ich hoffe mal es bleibt auch der schlimmste). Nach über einem Jahr ist mir der Abschied nicht leicht gefallen und dann ist am Nachmittag direkt ein grosses Unglück passiert. Als es stark anfing zu regnen hatte ich Eile meine Regensachen rauszusuchen und mir einen Ort zum Unterstellen zu suchen. In der Hektik habe ich die Taschen nur mangelhaft befestigt, was sich als grosser Fehler herausstellte. Nach etwa 10min wurde ich von einem Motorradfahrer daruaf aufmerksam gemacht, dass etwas von meinem Rad gefallen ist. Schnell stellte ich fest, dass es sich um mein super high-end Zelt (danke nochmal Andy) handelt. Der Motorradfahrer konnte mich aber beruhigen, dass Zelt liege am Rand der Strasse nur wenige hundert Meter entfernt, doch als ich dort ankam war es nicht mehr auszufinden. Ich suchte noch eine gute halbe Stunde und liess mich schlussendlich am Rande der Strasse nieder, wo ich im strömenden Regen meinem Frust in Form von Tränen freien Lauf liess.

Naja, im Endeffekt ist es nur ein Zelt (halt nicht irgendein Zelt, sondern ein 1,5kg leichtes für jegliche Wetterverhältnisse geeignetes). Mein Budged erlaubte mir ein 5mal schwereres (aber hoffentlich wetterfestes) zu kaufen, von nun an hiess es ein striktes Sparprogramm zu fahren, die neue Richtlinie ist 5 Euro oder weniger täglich (was ich bisher nach gut einem Monat sehr gut eingehalten habe). Und Vertrauen zu haben ins Universum, es wird schon seinen Grund haben, dass ich dieses Zelt verloren habe. Einen Monate später kann ich sagen, dass mir nichts besseres hätte passieren können. All die schönen Momente der letzten Wochen und besonders die Begnungen sind nur genau dadurch möglich geworden.

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Unsere Strandhütte in La Barra, Valle de Cauca.

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Genau was wir gesucht haben.

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Direkt am meist menschenleeren Strand

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Viel war trotz langem Wochenende nicht los

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Die Küche hat uns gut auf Trab gehalten, fast den ganzen Tag waren wir damit beschäftigt Feuerholz zu sammeln, Feuer zu machen und dieses auf Hitzte zu bringen und zu halten, zu kochen, in der Hängematte entspannen und im Meer zu baden.

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Chefkoch und Assistent.

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Das Ergebnis kann sich sehen und schmecken lassen.

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Ein richtiges Schmuckstück, leider nicht ganz Wetterfest. Am zweiten Abend fegte ein Sturm vom Pazifik über uns hinweg und trotz aller Durchhalteparolen mussten wir nach einigen Stunden unsere Bleibe fluchtartig verlassen und mit unseren Hängematten Unterschlupf in einer wetterfesteren Unterkunfr suchen. Die Hütte war mitlerweile teil des Meeres und die Blitze kamen immer näher.

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Te amamos Pereira❤

Route: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=ewzqhqibuguqmqgk

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Abfahrt!

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Nachdem ich am zweiten Tag ein neues Zelt in Armenia gekauft habe und ein wenig Zeit mit meinen kolumbianischen Tanten verbracht habe, ging es am dritten Tag endlich so richtig los.

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Noch einmal eine Bandeja Paisa essen.

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Nach einem Monat bin ich etwas ausser Form, es geht direkt steil bergauf, die Landschaft lässt meine Leiden aber vergessen.

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Sonntagsfussball mit Gummistiefeln

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Die Wachspalme wächst in Höhen von 2,000 bis 3,000m, ist die höchste Palme der Welt und Nationalbaum Kolumbiens.

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Bis zu 80m hoch.

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Blick von meinem Campiingplatz neben einer Finca einer sehr herzlichen Familie, mit denen ich einen sehr unterhalsamen Abend verbringe.

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Das neue Zelt.

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Abschiedfoto am nächsten Morgen. Die Kinder haben Ferien, deshalb gehts auch für die beiden auf Pferderücken zum Arbeiten.

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Die Strecke ist technisch kompliziert und mein Fahrrad am Ende des Tages nicht wieder zu erkennen.

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Eine willkommene Abkühlung.

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Die Berge des Eje Cafeteros

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Durch eine Serie von furcheinflössenden, dunklen und viel befahrenen Tunneln gehts es nach Ibague, wo ich via warmshowers Dusche, Abendessen und ein bequemes Sofa zum schlafen bekomme.

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Nach Ibague ist es erstmal vorbei mit Schotterwegen und Bergen, auf Asphalt geht es hinunter ins Tal des Rio Magdalena. Ziemlich viel Glück (oder war es Können) hatte ich bei diesem Loch. Leicht bergab fuhr ich mit gut 50km/h hinter einem Auto her, als plötzlich BUM macht. Der Vorderreifen explodiert und ich kann grade noch das Gleichgewicht halten.

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Über 30°, da kommt dieser Fluss grade Recht. Meine Badefreunde treffe ich zufällig ein paar Wochen später wieder.

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Die Nacht verbringe ich bei Juan und seiner Familie, in der Nacht weiht er mich in die örtliche Billardszene ein.

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Reis = heiss

 

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Mehr Tunnel, auf den Weg in die Wüste.

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Abseits der Hauptstrasse geht es Richtung Tatacoa.

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El Desierto de la Tatacoa

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Nach einer Nacht in den Bergen geht es an Neiva vorbei endlich wieder Richtung Berge, in der Nacht campe ich am Rande der Represa de Betania.

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Beim Aufbau des Zeltes habe ich mal wieder Hilfe.

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Am nächsten Abend habe ich erst Probleme einen Paltz zum campen zu finden, bis ich von diesen netten Herren eingeladen werde. Es ist Freitag und die Fiestas des San Pedro finden dieses Wochenende statt, mehr als genug Gründe um ein paar Bierchen zu trinken.

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Kolumbianische Hauptstrassen sind immer für Überraschungen gut.

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Nach La Plata geht es auf Schotterwegen weiter.

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Grün, bergig, Flüsse. Besser als Wüste.

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Colombia hermosa

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stabile (?) Brücken

 

Fiestas en Argentina

Das ging schneller als Gedacht, schon nach einer Woche komme ich in Argentina an. Trifft sich gut, dass dort die Fiestas des San Pedro im vollen Gange sind und ich von einer wundervollen Familie adoptiert werde.

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Als ich in La Argentina ankommen, findet grade der traditionelle Umzug statt.

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Die Schönheitsköniginnen müssen nicht nur eine gute Figur machen sondern auch Tanzen und bei einem Quiz unter Beweis stellen, dass sie nicht nur gut aussehen, sondern auch Grips haben.

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Die Leute sind schon gut in Feierlaune und nach dem ich ein paar Tragitos getrunken habe, fasse ich den Plan im Ort zu bleiben. Dieser Plan scheitert jedoch an meinen bescheidenen finanziellen Mitteln. Also fahre ich weiter in die Berge…

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Nach 5km frage ich bei Albero, ob ich neben der Finca campen kann und ohne zu zögern bietet er mir ein leeres Zimmer an.

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Am Abend kommen Manu, Lina und Maria aus Isnos an, die die Feiertage bei den Eltern verbringen. Eine sehr herzliche Familie.

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Am nächsten Morgen bin schon abfahrbereit und Joseph ist wild entschlossen mich zu begleiten. Als es anfängt zu regnen muss ich mich nicht zwei mal bitten lassen noch eine oder mehrere Nächte zu bleiben.

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Am Abend geht es dann ins Dorf, wo ich erst die alte…

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und dann die neue Schönheitskönigin kennenlerne.

Kolumbianische Dorfparty

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Mis primos Maria y Joseph.

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Während der Rest der Familie ihren Kater ausschläft übernehme ich die Kinderbetreuung.

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Nach einer weiteren durchgezechten Nacht gibt Albaro mir am nächsten Morgen eine kleine Führung. Hauptsächlich baut die Familie Kaffee an, aber es gibt auch ein grosses Gewächshaus mit Tomaten…

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und allerlei anderer Früchte, wie z.B. dieser Drachenfrucht.

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Nach vier Tagen ist es dann nach dem Mittagessen Zeit für ein Abschiedsfoto…

Weiter ging es für mich nach Isnos, wo ich von Manuel und Lina eingeladen war.

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una hermosura

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Die Flüsse im südlichen Huila

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Granadilla

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Der schwierigste Anstieg meines Lebens. 3 steinige Kilometer, 450 Höhenmeter, 1 Stunde

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Der Blick zurück ins Tal.

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El Salto de Botones. Danach geht es schnell weiter nach Isnos.

Wo ich eine weitere Woche mit dieser wunderschönen Familie verbringe. HOLAAA

 

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Mit Ausflügen unter anderem zu den zum UNESCO Weltkulturerbe zählenden

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grössten Nekropole der Welt.

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Die Gräber reichen zurück bis ins Jahr 200 v.Chr. zurück.

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Zu Wasserfällen…

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Aussichtspunkten…

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Meine Arbeit als Niñero…

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Ausserdem begrüssen wir das neuste Familienmitglied, Lino

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Socio

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socia

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Wer hat den schönsten Hut?

Bis hin zum Paragliden.

Muchisimas gracias a La Argentina y Isnos, lo pasé muy muy bien. Fue una experiencia muy especial. Los quiero mucho, que no me olviden! Nos vemos pronto❤

El Nevado del Ruiz

5 tage / 345km / 7500 Höhenmeter

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Auf 4,200m Höhe, am Rande des nevado del Ruiz.

 

Nachdem die letzte Ananas im Hause Xua-Marius verputzt war  ging es für mich am späten Nachmittag hinaus aus Bogotá. Die Nacht verbrachte ich bei der örtlichen Feuerwehr in Facatativa und den nächsten Vormittag in einem Internetcafé, wo Werder die kaum für möglich gehaltene Rettung perfekt machte. Danach ging es steil bergab ins Tal des Rio Magdalena und danach noch steiler wieder hinauf zum Vulkan Nevado del Ruiz, dem zweithöchsten aktivem Vulkan auf der nördlichen Halbkugel. Von dort war es nicht mehr weit  „nach Hause“, wo ich nach genau 72 Tagen (anstatt dem geplanten Monat) glücklich und erschöpft mit offenen Armen meiner Gastfamilie empfangen wurde.

Route: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=nudzzkfafckwuhgz

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Nachdem das Werder-Drama vorbei war, ging es am frühen Nachmittag stetig abwärts Richtung Rio Magdalena.

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Es wurde endlich wieder richtig schön warm.

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Der erste Blick ins Tal.

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Und úber den Fluss. Mittlerweile war es nicht mehr richtig schön warm, sondern verdammt heiss. In der Nacht habe ich neben einem kleinen Kiosk gezeltet, auf Grund der drückenden Hitze jedoch kaum geschlafen.

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Am nächsten Morgen packe ich nur schnell meine Sachen zusammen, nach 15min sitze ich schon auf meinem Rad, diese Zeit hat den Moskitos aber gereicht um mich um einige Liter Blut leichter zu machen.

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Errinerungen an Süd-Ost-Asien werden wach. 8 Uhr morgens, brüllend heiss und schwül, Moskitoschwärme auf der Jagd nach meinem Blut und Reisfelder so weit das Auge reicht.

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Nach kurzer Zeit komme ich in Armero an. Diese ehemals pulsierende Stadt wurde 1985 nach dem Ausbruch des 50km entfernten Nevado del Ruiz unter einer 60km/h schnellen und 40m dicken Schlamm- und Gerölllawine begraben. 

 

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Die wenigen Mauern die der Lawine standgehalten haben sind mittlerweile Teil des Dschungels (eine weiter Erinnerung an Asien wird geweckt)

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25,000 Menschen vielen der vermeidbaren Katastrophe zum Opfer. Hier die Überreste der Kirche.

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Ein Denkmal errinert an den Besuch vom Papst.

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Nach Armero beginnt einer der längsten Anstiege des Landes, von 200m hinauf auf 4200m. Ein letzter Blick ins Tal.

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Auf dem Weg hinauf nach Libano komme ich an diesem Wasserfall vorbei.

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Eine willkommene Erfrischung nach einem sehr heissen Morgen.

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Der Reis ist Kaffee gewichen, stetig aufwärts passiert ein grossen Unglück. Ich muss zugeben, dass ich noch nie der grösste Hundefan war, aber seit ich mit dem Rad unterwegs bin hat es sich um einiges verschlimmert. Regelmässig werde ich von einem Rudel räudiger Köter gejagt,so dass ich mittlerweile immer ein paar Steine bei mir habe, die meistens ausreichen um die Hunde zu verschrecken (ich habe schon Radfahrer getroffen die Macheten und sogar Schreckschusspistolen zur Hundeabwehr mit sich tragen). Naja, ich fahre halt unbekümmert durch diese wunderschönen Berge, als drei Hunde aus einem Hof hinaus stürmen und mir hinterher. Ich werfe direkt ein paar Steine in ihre Richtung, zwei von ihnen treten sofort den Rückzug an, der dritte bleibt mir jedoch dicht auf den Fersen. Ich werfe meine letzten Steine und grade als wir in einer geschlossenen Kurve sind und ich dem Hund den Tod wünsche, kommt von hinten ein LKW, der zwar mir ausweicht, den Hund aber volle Kanne erwischt. Ich schreie nach laut auf, doch es ist zu spät. Der Hund, der nicht grade klein war, liegt plattgedrückt und zweigeteilt und noch leise jaulend auf der Strasse, was natürlich direkt die anderen beiden Köter auf den Plan ruft, die mich für die Miesere verantwortlich halten und mich davon jagen.

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Etwas entsetzt komme ich in Libano an und habe Glück, dass ich direkt zum Bierchen trinken eingeladen werde. Ich wollte zwar eigentlich nur Mittagessen und dann direkt weiter fahren, aber nach den Ereignissen des Tages kam es mir angemessen vor, mich ein wenig zu betrinken.

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Am späten Nachmittag werde ich dann von einem meiner neuen Freunde nach Hause eingeladen, wo wir leicht angetrunken Mittagessen. Am nächsten Morgen werde ich noch mit einem Frühstück und einer Fotosession verabschiedet. 

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Vorbei an Baumtomaten geht es Richtung Murillo.

 

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Solange sie klein und leicht sind, sind Hitchhiker herzlich Willkommen

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Auf dem Weg mache ich mal wieder Begegnung mit meinem Lieblingsvogel, dem Baranquero. Hier die Mama, die kritisch die ersten Flugversuche

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des Kindes beobachtet und gar nicht erfreut ist über meine Präsenz.

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Nach einem leckeren Mittagessen in Murillo treffe ich den angehenden Radrennsprofi Jose, der an seinem Ruhetag ein bisschen Mountainbike fährt und mich einige Zeit lang begleitet und mir vom harten Leben eines unbezahlten Jungprofis mit einem grossen Traum erzählt. Mucha suerte Jose, un dia nos vemos en el Tour!

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Danach erreiche ich die Auslüfer des Nevado del Ruiz. Spuren der Lawine, die 1985 Armero unter sich begraben hat.

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Blick ins Tal

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Frailejon❤

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In der Nacht wird mir ein einer der beiden Fincas, die es hier auf 4000m gibt, Unterkunft gewehrt. Da es weder Isolierung und Heizung gibt, versammeln sich die Leute in der Küche um den Herd, der ein wenig Wärme abgibt.

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Frailejon mit Blüten.

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Ich bin nur wenige Kilometer Luftlinie vom Nevado entfernt, doch leider bleibt er wie die letzten Tag in den Wolken versteckt. Zur anderen Seite kann ich jedoch bis hinuter ins Tal sehen.

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Spuren von grossen Lawinen gibt es zu Hauf.

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Es ist verdammt kalt und als ich endlich diesen Bach mit heissem Thermalwasser finde, von dem man mir auf der Finca berichtet hatte, macht mein Herz einen kleinen Hüpfer.

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Ich suche mein Handtuch, reisse mir meine Kleider vom Leib und springe ins Wasser. Was sich als schwerwiegender Fehler herausstellt. Ich schreie laut auf und suche den kürzesten Weg ans rettende Ufer, denn das Wasser ist viel zu heiss zum baden.  

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Mein letztes Bild aus dem Paramo. Es ist 14h und noch fehlen 80km nach  Pereira, doch der Grossteil davon bergab. Also entscheide ich mich auf das Mittagsessen zu verzichten und in einem Rutsch an Manizales vorbei nach Pereira zu fahren. Um 17h komme ich zu Hause an und werde herzlich von meiner Gastfamilie empfangen.

Blick auf den Nevado del Ruiz am 16.07.2016 von Manizales. 

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Auf diesem Ausflug mit meiner kolumbianischen Gastfamilie kam mir das erste Mal die Idee der Fahrradtour.

Über Nacht zum Star

6 Tage / 500km / 10,300 Höhenmeter

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Nachdem ich aus den Llanos zurück gekehrt bin, ging es von Sogamoso weiter nach Duitama, wo mich Diego, ein Freund aus Manizales, erwartete. Der geplante Aufenthalt von wenigen Tagen verlängerte sich auf über eine Woche, die ich mit Diego und seinem Bruder Jhonatan mit Fussball spielen, Hamburger essen und arbeiten verbracht habe. Kurzfristig wurden Diego und ich vom Magier Fabrianny  engagiert Eintrittskarten für seine Auftritte in den örtlichen Schulen zu verkaufen.

Nach der Woche in Duitama ging es Richtung Bogotá, vorbei am Haus von Nairo Quintana und durchs koloniale Villa de Leyva hinein in die Grossstadt Hölle, die mir jedoch durch exzellente Gesellschaft versüsst wurde.

Route: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=zzvlwvzqtmhewliv

Dem Magier die Show gestohlen

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Bruder numero 1: Jhonatan

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Bruder numero 2: Diego

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Der einfache Weg hinauf: Sich an vorbeifahrenden LKWs festklammern.

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Durchs wunderschöne Boyaca…

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…ging es vorbei am Haus von Nairo Quintana. Die kolumbianische Radfahrlegende war leider nicht zu Hause, dafür aber sein ebenfalls fürs Team Moviestar fahrende Bruder Dayer.

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Und seine Mutter. Vom Haus aus geht es 21km abwärts in den nächsten Ort, in dem Nairo und seine Geschwister zur Schule gingen, Hin- und Rückweg natürlich mit dem Rad. Damit es auf dem langen Anstieg nach Hause schneller ging, band Nairo das Rad von seiner Schwester an das seine und zog sie nach oben. Obwohl er ein viel schwereres Fahrrad hatte und fast noch ein Kind war, konnte er mit den dort trainierenden Radfahrern mithalten, was sich relativ schnell rumgesprochen hat und Nairo schliesslich zum Rennradprofi gemacht hat.

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Weiter ging es nach Villa de Leyva, mittlerweile beliebtes Reiseziel für die Reichen und Schönen dieser Welt. Das Land rund um den kleinen Ort ist zwar für kolumbianische Verhältisse unbezahlbar, für den Grossteil der Ausländer jedoch immer noch billig. Viele die zu Besuch kommen und sich in den Ort verlieben kaufen sich deshalb kurzerhand ein Stück Land und setzten eine schöne Finca drauf, die dann den Grossteil des Jahres leersteht. Ein Albtraum für jeden Budgetfahrradreisenden auf der Suche nach einem Gratis-Campingplatz.

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Man muss jedoch Verständnis haben für die Leute.

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Denn Villa de Leyva…

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…ist ein echtes Schmuckstück.

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Nach Villa de Layva geht es durch einige Dörfer der hässlichen Art, die vor allem vom Kohleabbau leben

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Ins schöne Cucunuba. Auf der Suche nach einem Mittagessen treffe ich einen Radfahrer, der mich zu sich nach Hause einläd.

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Am Nachmittag tausche ich kurzfristig das Rad…

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Am nächsten Morgen drehen wir eine kleine Runde, vorbei an der Laguna de Suesca. Danach lade ich mein Fahrrad auf seinen Pickup und wir fahren zusammen nach Bogotá. Was für ein Glück ich doch habe, so blieben mir gute 50km Autobahn und Stadtverkehr erspart.

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Das schönste was ich in drei Tagen Bogotá gesehen habe und das einzige was es wert war fotografiert zu werden. Marius und Xua, mittlerweile verheiratet und in wenigen Monaten Eltern. Eine grosse Inspitation (nein ich will nicht so schnell Vater werden). Un abrazote grande para ustedes, les deseo lo mejor!!! :-*

Ein paar Tage mit den Llaneros

6 Tage / 400km / 9,600 Höhenmeter

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Auf dem Mirador von Aguazul

Nach ein paar Wochen in den wunderschönen aber leider auch oftmals sehr kalten Bergen und insbesondere nach der letzten Nacht an der Laguna de Tota, in der ich ordentlich durchgeschüttelt wurde stand für mich fest, dass ich einen weiteren ungeplanten Kurztrip machen würde: in die Llanos Orientales, die östliche Ebenen. Mit der Gewissheit bald wieder Temperaturen über 30° geniessen zu können und einen mir unbekannten Teil Kolumbiens kennenzulernen, ging es voller Tatendrang 3000 Höhenmeter hinab nach Aguazul, dem ersten Ort in den Llanos. Ich hatte mir zwar Gedanken gemacht, wie es von dort weiter gehen könnte, einen Plan hatte ich aber leider nicht. Die Llanos sind dünn besiedelt, es gibt im Prinzip nur einige Hauptverkehrsstrassen die fürs Fahrradfahren in Frage kommen, da die wenigen Nebenstrassen „zona roja“ sind, Guerillagebiet. Als ich nach dem Mittagessen immer noch völlig planlos war (mein bester und einziger Einfall war es ein Eis essen zu gehen) machte ich zufällig Bekanntschaft mit einem echten Mountainbike-Champion und mein Ausflug in die Llanos nahm so richtig fahrt auf.

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Auf nach Boyacá!

10 Tage / 570km / 17,900 Höhenmeter

 

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In Sichtweite des Nevado de Cocuy

Boyaca, landesweit bekannt für seine schneebedeckten Gipfel und seine Berge, geschmückt von Kühen, Schafen und Eseln, Kartoffelfeldern, eiskalten Lagunen und von in Ruana eingewickelte Campesinos, die sich nicht dafür zu schade sind, auch morgens unter der Woche ein paar Bierchen zu trinken. Ein Traum für jeden Radfahrer! Doch erst einmal ging es zurück nach Zapatoca und  durch das heisse Tal des Rio Chicamocha hinaus aus Santander. Empfangen wurde ich in Boyacá standesgemäss: Mit Regen und Kälte auf einem einsamen Weg hinauf auf 3000m und einem herzlichen Empfang im ersten Pueblo boyacense. In den nächsten Tagen erfuhr ich eine selbst für kolumbianische Verhältnisse aussergewöhnliche Gastfreundschaft und stellte nebenbei auch noch einen neuen Höhenrekord auf: 4,134m über normal Null!

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Una Vuelta por Europa y el Frío

6 días / 415km / ascenso total: 12,300m 

Hoy en español.
Lo debo a todos los colombianos que he encontrado en el camino y que día a día reciben mi presencia con tanta alegría, solidaridad y cervezas (gracias Conce)!
En esta vuelta batí un récord, nunca antes había estado a la altura de unos 4000 msnm, en la bici; no conocía el páramo ni los frailejones, de repente, vi el paisaje más bonito de este recorrido.

Y como siempre, es el calor y afecto de la gente el que hace viajar por Colombia una experiencia muy agradable. La buena energía de Duque en Floridablanca, la señora que manejó media hora para entregarme el celular que olvidé en su tienda, los manes de Concepción, que me invitaron a tomar primero y luego hicieron una vaca para pagar un hotel, buenas experiencias, estas y muchas, muchas más….
Mil gracias señores y señoras!!

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